Nordsee-Segeln Die Nordsee: Eines der anspruchsvollsten Segelreviere der Welt!

27Okt/11Off

Wellen & Grundseen

Wellengang bei ruhiger See im Gatt

Wellengang bei ruhiger See im Gatt

Ein besonders berüchtigter Teil des deutschen Wattenmeeres ist der Teil der Nordsee, der sich zwischen den Ostfriesischen Inseln "hindurch drängt". Die Rede ist von den sogenannten Seegatts. Durch die Gezeitenströme, welche zwischen den Inseln hindurch müssen, kombiniert mit der plötzlichen Verringerung der Wassertiefe entstehen hier gefährliche Stellen für die Seefahrt.

Je nach Gatt, hat man Wassertiefen von einem bis zu fünf Metern, bei ausreichendem Wasserstand. Allerdings sollte man dies immer mit einer nötigen Portion Skepsis betrachten.

Selbst bei relativ wenig Wind und einer ruhigen See, entstehen aufgrund der o.g. Ausgangssituation in den Gatten recht hohe Wellen. Einige der Durchfahrten sollten daher ab einer Windstärke von 5 Bft gemieden werden. Hier bauen sich schnell Wellenberge von 2-3 Meter auf, ohne dass man im Wattenmeer oder weiter draußen damit gerechnet hätte. Hat man dort nur 3-4 m Wassertiefe und einen Tiefgang von über einem Meter kann es ganz schnell ganz eng werden, d.h. das Boot wird mit einer Grundsee auf den harten Meeresgrund geschlagen.

In solchen Situationen sind bereits viele Boote zu einem Wrack verwandelt worden und selbst Weltumsegler sind an diesen Stellen der deutschen Nordsee gescheitert.

Es ist also ein hohes Maß an Bedachtsamkeit erforderlich, wenn man aus dem geschützten Wattenmeer auf die freie Nordsee hinaus möchte (oder umgekehrt) und dabei vor hat, sich der Gatts zwischen den ostfriesischen Inseln zu bedienen.

Die Einheimischen an der Küste, die ihr Revier wie die eigene Westentasche kennen sprechen auch voll Respekt von diesen Durchfahrten.